Cannabisblüten:

Es gibt weibliche und männliche Cannabispflanzen, wobei nur die weiblichen Blüten verwendet werden, da nur sie das gewünschte Tetrahydrocannabinol (THC) in relevanten Mengen enthalten.

Es werden drei verschiedene Cannabissorten verwendet:

  • Cannabis sativa: weist eine eher stimulierende Wirkung wie Kreativitäts- und Konzentrationsförderung auf
  • Cannabis indica: weist eine eher sedierende und entspannende Wirkung auf
  • Cannabis ruderalis: weist nur einen geringen THC-Gehalt auf, wird eingekreuzt für ein früheres Blühen

Medizinisch genutzte Cannabissorten sind meist Hybride, das bedeutet Gemische der verschiedenen Sorten, um bestimmte Gehalte an THC und CBD zu erzielen, damit die Blüten in bestimmten Indikationen einsetzen zu können. Es gibt beispielsweise chronische Schmerzen, bei denen fast nur das THC wirksam ist und bei anderen Patienten hilft ein hoher CBD-Anteil, weil CBD entzündungshemmend wirkt. Häufig muss man mit verschiedenen Sorten experimentieren, um die beste Sorte für sich zu finden. Auch eine Kombination von verschiedenen Cannabissorten für tagsüber und zur Nacht sind möglich.

Auch der Entourage-Effekt spielt dabei eine wichtige Rolle: Die gemeinsame Einnahme von Cannabinoiden und Terpenen aus der Pflanze haben einen synergistischen Effekt. Das bedeutet, dass die gemeinsame Einnahme wirksamer ist.

Cannabisextrakte:

Bei Cannabisextrakten liegen die fettlöslichen Cannabinoide in einem Öl vor, die industriell mittels Extraktion oder Synthese in Reinform gewonnen worden sind. Deswegen sollten die Tropfen bevorzugt direkt auf einen Löffel gegeben und eingenommen werden. Sie sind nur zur oralen Anwendung geeignet und dürfen aufgrund des Öls nicht verdampft oder über einen Vaporisator inhaliert werden.

Durch die Isolierung des Wirkstoffes kann es bei reinen THC-Extrakten eher zu Nebenwirkungen kommen als bei Blüten oder Kombinationen, bei denen durch weitere Cannabinoide und Terpene diesen entgegengewirkt wird. Wenn aus diesen Gründen der Extrakt nicht ausreichend hoch dosiert werden kann, empfiehlt es sich über einen Wechsel auf Blüten nachzudenken.

Dronabinol:

Dronabinol, auch Tetrahydrocannabinol (THC) genannt ist ein natürlicher Inhaltsstoff der Cannabis sativa. Es ist ein harziges Öl, welches bei kalten Temperaturen aushärtet.

Cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel:

Momentan stehen drei cannabinoidhaltige Fertigarzneimittel zur Verfügung: Sativex®, Canemes® und Epidyolex®.

Cannabidiol (CBD):

Der Wirkmechanismus von CBD konnte noch nicht vollständig geklärt werden. Es wirkt anxiolytisch, muskelrelaxierend, antipsychotisch, antientzündlich und wirkt gegen die Rauschwirkung von THC, weswegen es gerne in Kombination mit THC verordnet wird.

Seit Oktober 2016 ist es in seiner reinsten Form ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel und findet seinen Einsatz bei Epilepsie.

In geringer Dosierung wird es als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, dies ist jedoch umstritten, weil es somit keine pharmazeutische Qualität aufweist.